Benoit Mandelbrot spricht über Fraktale

Vor kurzem wurde ein TED-Talk vom Entdecker der Mandelbrot-Menge veröffentlicht (gehalten wurde er schon im Februar 2010). In seinem Vortrag spricht Benoit Mandelbrot über Fraktale allgemein und insbesondere auch über Fraktale Dimensionen und Fraktale Erscheinungen in der Natur. Außerdem berichtet er von seinen Eindrücken um die Entdeckung der Mandelbrotmenge (bekannt als Apfelmännchen) und streift diverse Themen wie zum Beispiel Raumfüllende Kurven oder Ansätze zur Modellierung von Aktienkursen.

Falls das oben eingebettete Video nicht funktioniert, gibt es das Video natürlich auch direkt bei TED.

Viel Licht – wie wird das gemessen?

In meinem letzten Post zum Thema Licht habe ich mich mit dem Unterschied zwischen der fotometrischen Einheit Lumen und (radiometrischen) Einheit Watt beschäftigt. Neben dem in Lumen (lm) gemessenen Lichtstrom gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer fotometrischer Größen und Einheiten, die man braucht, um Licht in verschiedenen Situationen korrekt zu beschreiben. Sie alle hängen direkt mit der Definition des Lumen zusammen. Hier eine kompakte Übersicht:

Lichtstärke (in Candela)

Die Lichtstärke gibt an, wie viel Licht pro Richtung abgegeben wird. Damit lässt sich beispielsweise auch für Lichtquellen, die nicht in alle Richtungen gleichmäßig abstrahlen, für die verschiedenen Teile eines Strahles angeben, wie viel Licht in die jeweilige Richtung abgegeben wird. Die Lichtstärke entspricht physikalisch dem Lichtstrom pro Raumwinkeleinheit und wird dementsprechend in Lumen pro Steradiant angegeben (dies ist die Definition der SI-Einheit Candela kurz cd).

Leuchtdichte (in Candela pro Quadratmeter)

Als wie hell wir eine abstrahlende Fläche empfinden hängt davon ab, wie viel Licht in Richtung unserer Augen pro Fläche abgegeben wird. Das heißt wir müssen um dies zu messen die Lichtstärke durch die Fläche von der das Licht ausgeht teilen und erhalten damit die Leuchtdichte in Candela pro Quadratmeter (cd/m²).

Spezifische Lichtausstrahlung und Beleuchtungsstärke (in Lux)

Will man angeben wie viel Licht in einer bestimmten Umgebung auf Flächen bestimmter Größe einwirkt, das heißt wie hell es zum Beispiel in einem Raum insgesamt ist (dies wird als Beleuchtungsstärke bezeichnet), oder wie viel Licht entsprechend von einer Fläche in alle Richtungen abgestrahlt wird, so kann man dies in der Einheit Lux (kurz lx) tun. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter (lm/m²).

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den einzelnen Größen und Einheiten findet sich großzügig verlinkt auf der Wikipediaseite zur Fotometrie und mit anschaulichen Grafiken und Beispielwerten auch in dieser .pdf-Datei.

Bundeswettbewerb Mathematik 2010: Die Lösungen zur 1. Runde

Im Aufgaben und Lösungsarchiv des Bundeswettbewerbs Mathematik wurde jetzt die Lösungen für die erste Runde des BWM 2010 in der vorläufigen Fassung veröffentlicht (die Aufgaben stehen auch noch einmal dabei, es muss keiner im Archiv graben). Nachdem ich nach dem Erscheinen der Aufgaben einige Hinweise gegeben habe, gibt es hier jetzt meine Kommentare und zum Teil erklärende Hinweise zu den Lösungen:

Aufgabe 1:

Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Die Lösung beginnt nicht zu Unrecht mit „Es ist offensichtlich […]“ …

Die Variante in Summenschreibweise ist sicherlich weniger anschaulich aber formal klarer (sie argumentiert eben nicht damit, dass es offensichtlich ist sondern zeigt es tatsächlich). Die Umformung ist dabei, vor allem beim abschließenden Ausklammern, eher knapp gehalten. Das könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass auch Wettbewerbsteilnehmer durchaus darauf vertrauen dürfen, dass sie nicht jeden Minischritt zu dokumentieren brauchen – zumindest so lange sie sich im Bereich der üblichen Lösungsverfahren bewegen.

Aufgabe 2:

Gerechterweise kann dieses Mal Bernd den Sieg erzwingen (in der zweiten Runde 2009 konnte Anja gewinnen, wenn sie wollte). Die Lösungen der Aufgabe ist wesentlich schöner als das Spielen des Spiels (darüber hatte ich mich nach der Veröffentlichung der Aufgaben amüsiert). Die beiden Beweise sind sich etwas ähnlich, zeigen aber tatsächlich zwei verschiedene Strategien zum Gewinn auf.

Nach dem zweiten Beweis wird noch kurz eine Variante der Aufgabe diskutiert (gerade Anzahl an Stäben). In diesem Fall wäre die Lösung offensichtlich wesentlich einfacher gewesen.

Aufgabe 3:

Auch für die Geometrieaufgabe gibt es natürlich mehrere Lösungsvorschläge (im Prinzip zwei mit jeweils zwei Varianten). Zum Verstehen der Beweise ist es in jedem Fall hilfreich, sich die entsprechenden Skizzen so zurechtzulegen, dass man beim Lesen die Argumentation auch in der Skizze nachvollziehen kann. (Gilt meiner Meinung nach für fast alle geometrischen Beweise, zumindest was Aufgaben für Schüler betrifft).

Allerdings sind die Skizzen – wie letztes Jahr auch – im Wesentlichen schwarzweiß (das heißt bis auf die Umrandung der zweiten Skizze und den Punkt E in beiden Skizzen). Ich denke nach wie vor, dass sich hier durch farbliche Unterscheidung (z.B. klarer Kennzeichnung der Ursprungsfigur etc.) auf einfachem Wege mehr Übersichtlichkeit erreichen ließe.

Aufgabe 4:

Mal abgesehen von einem Zahlendreher (ich denke statt d(n)=2001 müsste es d(n)=2010 heißen, dann stimmt auch der Rest der Rechnung) in der ja noch als vorläufig gekennzeichneten Lösung ist der erste Ansatz ein schönes Beispiel für eine etwas anspruchsvollere vollständige Induktion.

Die zweite Variante für die Lösung dieser Aufgabe ist erstaunlich kompakt (gerade auch im Vergleich zur vorherigen Lösungsvariante) und damit sehr übersichtlich nachvollziehbar. Ich finde, dass dieser Beweis der schönste aus den ersten Runden der letzten Jahre des Bundeswettbewerbs ist. Im Vergleich dazu wirkt die erste Variante dann doch ausgesprochen umständlich …

Ich wünsche allen viel Spaß beim Verstehen der Lösungen und allen die noch dabei sind viel Erfolg in den nächsten Runden.

Mysterium BWM für Webmaster

Über die erste Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik (BWM) 2010 habe ich in diversen Beiträgen berichtet. In der letzten Februarwoche hatte ich (soweit sich das aus meinem statistischen Material ablesen lässt) einen neuen Besucherrekord, der wohl nicht zufällig vor dem Abgabeschluss der ersten Runde am 1. März lag. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa drei Viertel aller Seitenaufrufe auf meinen BWM-Beiträgen, davon wiederum etwa zwei Drittel auf einem Einzigen. Erwartungsgemäß fielen die Besucherzahlen anschließend dann auch deutlich ab.

Natürlich lässt sich die Motivation der Besucher nicht sicher feststellen. Da die meisten jedoch über Google ihren Weg auf dieses Blog fanden, fand ich es doch interessant, die Suchbegriffe anzuschauen. Grob geschätzt in der Hälfte aller Suchausdrücke zum BWM fand sich (meist am Ende, gelegentlich auch am Anfang) einer der Begriffe „Lösung“ oder „Lösungen“. Mich würde interessieren, wie viele meiner Besucher tatsächlich gehofft haben, fertige Lösungen zu finden, und wie viele diese dann – in welcher Form auch immer – tatsächlich verwendet und am Ende auch noch ihre Selbstständigkeitserklärung unterschrieben hätten. (Die Selbstständigkeitserklärung bezieht sich eindeutig auch auf die Lösungsfindung, auch Diskussionen im Internet sind explizit ausgeschlossen)

Nachdem ich keine Lösungen veröffentlicht hatte, wurde ich in meinen Kommentaren dafür auch recht wüst beschimpft (inzwischen habe ich beschlossen, solche Kommentare konsequent zu löschen) und eindeutig zur Herausgabe von Lösungen aufgefordert (es wurde wohl davon ausgegangen, dass ich welche hatte, was erkennbar nicht der Fall war). Ich frage mich nun vor allem, was das Ziel derer ist, die – auf welchem Wege auch immer – versuchen, die Lösungen von Anderen zu bekommen. Spätestens ab der zweiten Runde kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendwer Lösungen herausgibt (die Aufgaben werden nur den erfolgreichen Teilnehmern der ersten Runde überhaupt mitgeteilt) und wirklich interessant werden die Preise ja eigentlich erst mit der dritten Runde, zu der die Teilnehmer persönlich erscheinen müssen. So gesehen erscheint mir der praktische Nutzen dieses Betrugs höchst zweifelhaft, mal ganz abgesehen davon, dass der Charakter eines fairen Wettbewerbs verloren geht. Aber das geht wohl nicht allen so: Aus einem Kommentar hier im Blog (es ging eben um den Nutzen meiner angeblich vorhandenen Lösungen für andere):

natürlich hilft mir das weiter was glaubs du denn.
Meinst  du etwa ich sollte meinen Geist weiterbilden indem ich selbst die lösung finde

Hat jemand weitere Vorschläge für den Umgang mit solchen Kommenta(to)ren?

Mehr Fraktale

Nachdem ich nun in meiner Serie zur Mandelbrotmenge bzw. Apfelmännchen einige Erklärungen und Java-Programme veröffentlicht habe, will ich nun auch noch auf verschiedene andere Angebote zur Mandelbrotmenge und auch anderen Fraktalen hinweisen. Hier also einige Links zu Apfelmännchen und Verwandtschaft.

Sehenswert sind auf jeden Fall die Versuche von Skytopia eine Art dreidimensionales Apfelmännchen zu erzeugen. Der Autor beschreibt hier mit vielen Links und eindrucksvollen Bildern die Suche nach diesem Objekt. Das bisher beste Ergebnis ist sicherlich die Mandelbulb – selbst SPON hat schon über die „Mandelknolle“ geschrieben.

Ein Blogger der sich praktisch ganz der Schönheit verschiedenster Fraktale widmet ist „Fraktale Welten“. Der Blogger versteht es auch, seine Fraktale ansprechend zu präsentieren, sodass sich Unmengen wunderschöner Bilder im Blog finden. Hier ein paar Beispiele. Ganz nebenbei gesagt: Was die Rechte an seinen Bildern angeht, scheint er ausgesprochen fair zu sein, ich spiele noch mit dem Gedanken, neben diesen Absatz ein Bild als Appetithäppchen aufzunehmen. Aber vorbeischauen lohnt sich in jedem Fall.

Natürlich gibt es außer mir auch noch andere, die Java-Progrämmchen zu Fraktalen online stellen, nur ist dort die Auswahl an unterschiedlichen Fraktalen deutlich größer (… aber die Zoomfunktion finde ich nicht so schön ;-) ).

Wenig überraschend gibt es auch in der Wikipedia so Allerlei: Begriffliches wie auch Mathematisches zu Fraktalen ganz allgemein und mit diversen Beispielen sowie enge Verwandte der Mandelbrotmenge. Und, auch wenn Fraktale nur eine von vielen Verwendungsmöglichkeiten von komplexen Zahlen sind, will ich hier doch noch einmal ausdrücklich auf den entsprechenden Artikel hinweisen.

Achja, weil man mittlerweile auch mit Lebensmitteln spielen darf noch das hier.

Wahrnehmung von Licht: Lumen vs. Watt

Wenn man Licht quantitativ bestimmen will, könnte man natürlich im Prinzip einfach die Lichtleistung in Watt angeben. Allerdings nimmt das Auge Licht der verschiedenen Wellenlängen sehr unterschiedlich intensiv wahr. So braucht man bei blauem Licht mehr als zehn Mal mehr Leistung als bei grünem, um das gleiche Helligkeitsempfinden zu erzeugen.

Dieser Zusammenhang wird in der Hellempfindlichkeitskurve dargestellt (sie unterscheidet zwischen Tag- und Nachtsehen). Hier kann abgelesen werden, wie hell Licht der gleichen Leistung in Abhängigkeit von der Wellenlänge wahrgenommen wird, wobei der maximale Wert (bei Tagsehen 555nm grün) gleich Eins gesetzt wird. Wenn man die Leistungen der einzelnen Wellenlängen einer Lichtquelle mit den entsprechenden Werten dieser Kurve gewichtet und aufsummiert, erhält man den sogenannten Lichtstrom. Er ist damit die, an die menschliche Wahrnehmung angepasste, Entsprechung der Strahlungsleistung und wird natürlich nicht mehr in Watt sondern in der SI-Einheit Lumen (kurz lm) angegeben. Mit monochromatischem Licht von 555nm erhält man die theoretisch maximal mögliche Lichtausbeute von 683 Lumen pro Watt.

Interessant ist dieser Zusammenhang zum Beispiel bei Laserpointern: die Strahlungsleistung ist aus Sicherheitsgründen limitiert (je nach Klasse wenige Milliwatt). Der Lichtstrom ist damit direkt mit der Hellempfindlichkeitskurve verknüpft. Daraus folgt: Grüne Laser wirken deutlich heller als rote der gleichen Leistungsklasse.

Apfelmännchen im Browser

Darstellung der Mandelbrotmenge

Mandelbrotmenge

Nachdem ich vor kurzem ein sehr primitives Java-Applet mit Erklärung (Quellcode hier) geschrieben habe, mit dem sich das „Apfelmännchen“ (das heißt die Mandelbrotmenge) darstellen lässt, habe ich hier noch ein wesentlich komfortableres und funktionsreicheres Applet geschrieben, mit dem sich die Mandelbrotmenge untersuchen lässt. (Die ganzen Bilder der Mandelbrot-Menge hier im Blog sind auch damit berechnet.)

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BWM Endspurt: Die erste Runde endet bald

Zur Erinnerung: Am 1. März (Datum des Poststempels) ist Einsendeschluss der 1. Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik 2010. Es wird also langsam Zeit, die gefundenen Lösungen was Formulierung und Layout betrifft in die endgültige Form zu bringen (anders als bei manchem Lehrer sind ein Drucker, der sich an der Tinte verschluckt hat oder Exkremente des Kanarienvogels auf der Tastatur hier vermutlich keine wirksame Entschuldigung für Verspätungen).

Vor der Abgabe lohnt es sich auch auf jeden Fall, noch einmal die komplette Rückseite des Aufgabenblatts durchzulesen. Dort gibt es nämlich noch diverse Hinweise zu Papierformaten, Seitenrändern und Formularen.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg im Wettbewerb!

PS: Die folgenden Runden werde ich nicht mehr kommentieren. Den Bundeswettbewerb Mathematik 2011 vielleicht wieder (falls Kap’s! Log dann noch lebt).